Sonnenwendbüscherl, ein altes Brauchtum im Hinterberger Tal
Am 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres und Beginn des kalendarischen Sommers, hatten auch die Tauplitzer Bäuerinnen wieder zum sonntäglichen Gottesdienst mehrere Körbe bunter Sonnenwendbüschl in die Pfarrkirche gebracht. Frisch gepflückte Wiesenblumen und Gräser, darunter typische Sommerblüher wie das hellgelbe Johanniskraut und die blaue Kugelrapunzel, die rote Steinnelke und das weiße Zittergras wurden in stets ungerade bleibender Anzahl zu einem kleinen Strauß aufgebunden.
Nach dem Gottesdienst griffen die Kirchenbesucher gegen eine freiwillige Spende gerne auf die von Diakon Franz Mandl gesegneten Sträuße zu. Traditionell werden sie an den Türen von Haus und Stall befestigt, um Mensch und Tier im laufenden Jahr vor Unwetter, Blitzschlag und Unglück zu schützen. Ein alter Spruch lautet:
Die blaue Bliah is gegen Gewitter und Blitz,
Die rote soll die bewahr’n vor Flammen und Hitz
Die Farbe weiß mog Wasserfluten und Hagel obholt’n
Und im Büscherl das Gelb soll dir a guate stabile Gesundheit erholt’n.